THEN E ET Er 2 = : ER ; TE ER PRES x 5 : : RSS

ee Se FRS 55 ES s SE: 234 RE = = BIER

SE SER ee rise = EEE = 2 . 5 = = == SE SEE EEE

ARMES 5 3 Sat arer : RE ES ET FI nn RER RE en etes

FE LEE

PES EEE EE

PSS

ET

ÉTAT TTS POIL LEE CERTES

:

ve D De

a

nn ER ne Ben = ee EU

" au ı EN TAL - N 1% { Kr +

4 LL

RC nr D eue IG

ENT

Lejtsehrift

To

für

systematische

Hymenopierologie

und

Dipierologie.

HERAUSGEGEBEN

VON

FR. W. KONOW, ».

SALE

JAHRGANG.

Erscheint in zweimonatlichen Heften zu 4 Bogen.

Jährlicher

T'eschendorf bei

Abonnementspreis : 10,50 M. im Weltpostverkehr.

Stargard i. Mecklenburg

(SELBSTVERLAG DES HERAUSGEBERS,)

DRUCK

V O0 N W .

GREVE IN NEUBRANDENBERG.

Cible RB ]

Inhalts-Verzeichnis für den Jahrgang VII.

Aliken, J. D.: Ueber die von Brull& aufgestellten | Halictus-Arten . Die südamerikanische Bienengattung Lonchopria Vachal A À _ Neue paläarktische Halictus- Arten . André, Ernest: Description d'une nouvelle espèce de Mutillide de Java Description d'espèces nouvelles de Mutilides appartenant au Muséum d'Histoire naturelle de Paris Becker, Th.: Die Ergebnisse meiner dipterolo- gischen Frühjahrsreise nach Algier ünee Mumıs219006.. EN 33,07.225: Legnotus Lw. 3 _ Dipterologische Ergebnisse. Berich- tigung . .

Bezzi, M.: Die Gattungen der blutsaugenden Musciden Cameron, P.: Description of a new species of Epeolus from Mexico

À new species of Pristaul acus from the Sikkim Himalaya A new Central American species of Monedula 3 Description of a new species of Dielis from Ecuador 4 == Description of two new genera and four new species of Indian Parasitic Hymenoptera On some new genera and species of Ichneumonidae from the Himalayas . Carpentier, L.: Sur quelques larves de Chalastogastra Ducke, A.: Beitrag zur Kenntnis der Solitärbienen

BASES RENE „= :80. 321.308 Zur Synonymie einiger en Amazoniens .

Enderlein, Günther: Eurytoma amygdali, ein neuer Chalcidier aus Mandelkernen .

IV

Frey, Richard : Uebersicht der finnischen Arten der

Gattung Tachydromia Meigen . . 407.

Hermann, F.: Beitrag zur Kenntnis der Asiliden (UD) Mit 1 late 9% 1, 65.

Einige neue Bombyliden ‘der paläark- tischen Fauna . . SR Herbst, Paul: Zur Synonymie der Apiden Le RE

Kieffer, J. J.: Eine neue Varietät von Aspiceros

scutellata Vill . . 129.

Eine neue endoparasite Cecidomyide 129. Beschreibung neuer IDOL aus

Javar.. 2 NME

Konow, Fr. W.: Chalastogastra ‘81, 177, 257, 417, ASE —— Zwei neue Tenthrediniden 2 RES —— Genus Platycampus Schiödte . 144.

—- Neue Chalastogastra aus den natur-

hist. Museen in Hamburg und Madrid 161. Ueberdie Gattung AncyloneuraCam. 174. Die Gattung Pterygophorus Klg. 217.

- Drei neue Labidarge-Arten . . 220. Neue Argides …. =... ... on L.itteratar." 0... MORE, 22 CONS Erklätune "1 . CO ie H.: Zur Gattung Craspedothrix BB. . ale Krieger, R.: Ueber die Ichneumonidengattung Lisso- pimpla Kıiechbr 72 294. Kuntze, Albert: Tabelle zum Bestimmen der Gattung Empis è 25455 Lichtwardt, B.: De die Dipterengattung Nemestrina lat): Be = —:Litteratut 2er 22556 Pfankuch, K.: Die Typendet Gravenhorstschen Gattun- gen Mesoleptus und Tryphon . . 17, 145. Roman, A.: Ueber Tropistes rufipes Kriechb. und Hemiteles falcatus Thoms. . . 319. Schrottky, C.: Bertonia, ein Beitrag zur Synonymie der Trigonalidae NE 315. Neue und wenig bekannte südame- rikanische Bienen . . .. AGO ge P.: Zwei afrikanische Dipterengattungen .. 353 Stein, P : Revision der Bigotschen und einiger von

Macquart beschriebenen aussereuropäi- schen Anthomyiden . .„ Dez 2007273

4

Ent Br BR 5 Br, :

leitsehrift .

systematische

Hymenopterologie

Dipterologie.

HERAUSGEGEBEN

FR. W. KONOW, r.

VII JAHRGANG. HEFT 1.

AUSGEGEBEN AM 1. JANUAR 1907.

Erscheint in zweimenatlichen Heften zu 4 Bogen. Jährlicher Abonnementspreis : 10,50 M. im Weltpostverkehr.

En nn —— ——

Teeschendorf bei Stargard i. Mecklenburg.

(SELBSTVERLAG DES HERAUSGEBERS,)

DrucK von W. GREVE IN NEUBRANDENBURG.

Inhalt.

Seite

Hermann,F.: Beitrag zur Kenntnis der Asiliden (Ill). (Dipt.): Mit. late) LM ind 65

Pfankuch, K.: Die Typen der Gravenhorstschen Gattungen Mesoleptus und Tryphon 17

Kuntze, Albert: Tabelle zum Bestimmen der Gattung Empis: EL... Mama

Becker, Th.: Die Ergebnisse meiner dipterologischen Frühjahrsreise nach Algier und Tunis 33

Aliken, J. D.: Ueber die von Brull& aufgestellten Halctus-Arten. .. (Hym) re ee Ez

Alfiken,)J. D.: Die südamerikanische Bienengat- tung Lonchopria Vachal. (Hym.) . 79

Ducke, A.: Beitrag zur Kenntnis der Solitärbienen Brasiliens Hymnen

Konow, Fr. W.: Systematische Zusammenstellung der bisher bekannt gewordenen Chalastogastra. (Hymne rl Kieffer, J.J.: Eine neue Varietät von Aspicera scutellata Vill. . innere Umschlagseite.

Die Zeitschriit für systematische Hymenopterologie und Dipterologie erscheint zweimonatlich in Heften zu 4 Bogen (64 Seiten). Der Preis des Jahrganges beträgt für Deutschland und Oesterreich 10 Mark, für die übrigen Länder des Weltpostvereins 10,50 Mk., wofür jedes Heft portofrei den Abonnenten zugesandt wird. Derselbe ist praenumerando zu entrichten.

Bitte um Erneuerung des Abonnements.

Wer sein Abonnement nicht abbestellt, gilt als weiter abonniert. Die Herren Abonnenten, welche mit dem Betrag für Jahrgang VI noch rückständig sind, werden gebeten, zu erlauben, dass derselbe durch Postauftrag erhoben werde.

Im Buchhandel zu beziehen durch Max Weg, Leipzig, Leplaystr. 1.

Ein halbiährliches Abonnement ist nicht möglich.

Die Autoren erhalten 30 Separata. Manuscripte sowie sonstige Zusendungen und Abonnementserklärungen sind an den Herausgeber zu adressieren: Fr. W. Konow, p. in Teschendorf bei Stargard (Mecklenburg).

Asiliden. ]

Beitrag zur Kenninis der Asiliden (Ill).

(Dipt.) Von Prof. Dr. F. Hermann, Erlangen.

Mit 1 Lichtdrucktafel.

_ In vorliegender Abhandlung mögen zunächst süd- afrikanische Asilidentormen Berücksichtigung finden. Die Mehrzahl erhielt ich durch die Güte des Herrn Dr. 7. Brauns in Willowmore (Capland), dem ich auch an dieser Stelle den herzlichsten Dank aussprechen möchte für die bewährte Liebenswäürdigkeit, mit der er mich mit der südafrikanischen Dipterenfauna bekannt zu machen bestrebt ist. Der kleinere Teil meines Materials entstammt der Ausbeute, die Herr Privatdozent Dr. L. Schultz in Jena von einer wissenschaftlichen Reise nach der südlichen Kalahari und nach Namaland mitgebracht hat. Anhangs- weise sollen dann die Beschreibungen einiger auffallenden Asiliden aus Australien gegeben werden.

1. Südafrikanische Asiliden. A. Dasypogoninae. a. Vorderschienen ohne nagelartigen Enddorn.

1. Stenopogon holoxanthus n. sp. d..

Totus laete ferrugineus, polline ferrugineo vel fere aureo vestitus; pilis setisque ochraceis, haustello et palpis nigris ; alis flavidis. Long. 18-20 mm. Capland. (Willowmore.)

Kopf: Die eigentlich dunkelbraune Grundfarbe ver- schwindet völlie unter der lebhaft gelben Bestäubung. Der dichte, goldgelbe Knebelbart bedeckt die untere Hälfte des Untergesichtes ; von ihm erstreckt sich in der Mittel- linie eine Strieme kürzerer, gelber Haare bis fast zur Fühlerbasis empor. Die ebenfalls gelb bestäubte Stirn und der Ocellarhöcker tragen fuchsrote Borstenhaare. Die Fühler lebhaft rostrot, die einzelnen Segmente nur an ihrer Spitze in ganz geringer Ausdehnung geschwärzt, die

2 F. Hermann.

borstige Behaarung der Basalglieder fuchsrot. Das Hinter- haupt gelb bestäubt, nur nach abwärts gegen den Mundrand dunkelbraun. Behaarung des Hinterhauptes und der Backenbart gelb. Rüssel an der Unterseite in geringer Ausdehnung rotgelb, im übrigen ebenso wie die Taster glänzend schwarz. Behaarung beider hellbraun. Thorax rostrot, lebhaft gelb bestäubt und nur mit wenige deutlicher Zeichnung versehen, die lediglich von einer median geteilten, ungefähr bis zur Quernaht reichen- den braunen Mittelstrieme gebildet ist. Behaarung des Thorax sowie des gelb bestäubten Schildchens gelb, auch die Borsten von der gleichen Farbe. Brustseiten fast goldgelb bestäubt mit wenig dichter gelber Behaarung. Schwinger hell schweïelgelb. Abdomen rostrot, durch die Bestäubung fast goldgelb erscheinend. Die 4 ersten Segmente besitzen schmale, durch etwas lichter gelbe Bestäubung gebildete Hinterrandsäume, an dem 7. und dem schmalen 8. Segmente ist die Grundfarbe, wenig- stens an den Seiten dunkelbraun. Genitalien lebhaft rost- rot, ebenso der Bauch. Behaarung des ganzen Abdomens eelb. Beine: Hüften rostzelb mit gelblichweisser Behaa- rung, Beine durchaus rostgelb, glänzend, nur die Tarsen mehr rotbraun. Die Behaarung und Beborstung der ganzen Beine ist durchaus gelb. Die Mittelschienen besitzen an ihrer Vorderfläche einen dunkelbraunen Wisch. Klauen schwarz mit roter Wurzel, Pulvillen hellgelb. Flügel eelb mit hellbrauner Aderung ; die Randader trägt bis zur Flügelspitze kurze Borsten von schwarzer Farbe.

2. Gonioscelis mantis Lw. SQ (fig. 1).

Stenopogon mantis Lw. Bericht d. preuss. Acad. 1852 u. Peters, Reise in Mozambique, v. V. 1862.

Es liegen mir aus Transvaal (Lichtenburg) 3 Exem- plare dieser Art vor, die wegen der eigentümlichen Verbreiterung und Bedornung der Vorderschenkel dem Schiner'schen Genus Gonioscelis zugeteilt werden muss. Meine Exemplare stimmen mit der von Löw gegebenen Beschreibung gut überein, sodass über die Identificierung der Art keine Zweifel herrschen dürften. Dem Umstande, dass an meinen Exemplaren da und dort einmal eine Borste etwas anders gefärbt ist, kann ich keine Bedeu- tung beimessen; lehrt doch die nähere Betrachtung unserer palaearktischen Sfenopogonarten genug, dass bei ihnen individuelle Farbvarianten in der Behaarung und Beborstung sehr häufig vorzukommen pflegen.

Asiliden. 3

2 Stichopogon cafier n. sp. og.

Facie flavido-, hypostomate albido-tomentosis,mystace flavido, antennis nigris, segmentis basalibus albido- hirsutis. Abdominis segmentis fasciis aegualibus, femoribus tarsisque griseo-tomentosis, tibiis ferrugineis ; alis hya- linis. Long. 3'/)—-6 mm. Transvaal (Lichtenburg).

Aus der Verwandtschaît des europäischen Sfichopogon barbistrellus Lw.

Kopf: Untergesicht rostgelb, fast goldig bestäubt, nur am seitlichen Mundrande ist die Bestäubung weiss. Der dichte Knebelbart bleichgelb. Die mehr ockerbräun- lich bestäubte breite Stirn zeigt nur am Orbitalrande schwachen weissen Schimmer und direkt über den Fühlern einen schwarzen, eingestochenen Punkt. Der Ocellen- höcker trägt zwei gelbliche Borsten, auch die Stirn zeigt seitlich gelbliche Behaarung. Die Fühler sind durchaus schwarz, die Basalglieder grau bereiit und weiss behaart. Scheitel und Hinterhaupt in der Mitte ockerbräunlich bestäubt und mit gelben Borsten, versehen; nach den Seiten zu weiss bestäubt und mit weisser Behaarung, die nach abwärts in den ebenfalls weissen Backenbart übergeht. Rüssel und Taster schwarz mit lichter Be- haarung. Thorax mit ockerbräunlicher Bestäubung und der den Stichopogonarten eigenen, im allgemeinen un- deutlichen Zeichnung. Eine vorn etwas verbreiterte, braune Mittelstrieme lässt sich nur undeutlich bis zum Schildchen verfolgen ; medial von den Schulterbeulen liegt eine drei- eckige, mit der Spitze nach diesen gewandte braune Makel, dahinter, der Seitenstrieme entsprechend, zwei unbe- stimmte, dunklere Flecken. Die Hinterecken sind etwas lichter bestäubt, ebenso die Basis und der freie Rand des Schildchens. Die kurze ‚Behaarung des Thoraxrückens weisslich bis gelblich, ebenso die stärkeren über der Flügelwurzel und auf den Hinterecken stehenden Borsten. Brustseiten weisslich, in den vorderen Partien mehr gold- gelb bestäubt. Die spärliche Behaarung ist ®benso wie der vor den gelblichen Schwingern stehende Borsten- fächer weisslich. —- Das Abdomen erscheint, von vorne beleuchtet und von oben betrachtet, tief dunkelbraun, das 1. Segment besitzt grosse, dreieckige, hellbestäubte Hinterrandsilecken, das 2. und 3. Seement ziemlich breite, hellbestäubte Hinterrandsbinden, die sich an den folgenden beiden Segmenten linear verschmälern. Sämtiiche Hinter- randsbinden sind in der Mitte durch einen braunen Schatten schmal unterbrochen. Im Profil erscheint der ganze Seiten-

À F. Hermann.

rand des Abdomens graugelblich bestäubt und auch die dunklen Partien des Hinterleibsrückens zeigen sich dann von ockergelber, zartester Bestäubung bedeckt. Behaarung aui den dunklen Stellen kurz, bräunlich bis schwarz, am Seitenrande länger und weisslich. Genitalsegmente beim d' weisslichgrau bereift, beim @ glänzend dunkelbraun, in beiden Geschlechtern mit heller Behaarung. Beine: Hüften hellgrau bestäubt. Die im allgemeinen dunklen Beine erscheinen durch Bestäubung weissgrau, sämtliche Schienen mit Ausnahme ihrer Spitze lebhaft gelbrot, ebenso die ersten Tarsen der Vorderbeine an ihrer Wurzel. Die feine Behaarung, sowie die ganze Beborstung der Beine hell, Klauen schwarz mit rotbrauner Wurzel, die Pulvillen hellgelb. Flügel glasartig, lebhaft irisierend, mit im all- gemeinen dunkler Aderung ; nur an der Flügelwurzel sind die ersten Längsadern eine Strecke weit hellbraun gefärbt.

Lycostomus n. g. (fig. 2, 3, 4, 5).

Das neu zu errichtende Genus gehört in die Ver- wandtschait von Ancylorrhynchus (Xiphocerus) und Scyla- ficus, unterscheidet sich aber von beiden sogleich durch die eigentümliche Bildung des Gesichtes sowie durch die fast vollständige Nacktheit der beiden ersten Fühlerglieder, von Aiphocerus ausserdem durch den geraden Rüssel und die relativ langen Taster. Das breite Gesicht lässt den ganzen Kopf sehr breit erscheinen, sodass dessen Breiten- durchmesser fast das doppelte seines Höhendurchmessers beträgt. Schon von dem gleichmässie gewölbten d.h. überhaupt nicht eingesattelten Scheitel, der nur einen ganz lachen Ocellenhöcker trägt, wölbt sich das Gesicht kissen- artig vor und verlängert sich dann unterhalb der Fühler gleichiürmig zu einer weitvorspringenden Nase, die aber fast in der Hälfte der Augenhöhe plötzlich fast horizontal nach hinten abbricht, um unter stumpfem Winkel in die schmale Seitenkante der Mundöffnung abzubiegen. Diese bekommt dadurch eine ganz beträchtliche Ausdehnung nach oben, sie reicht, wie gesagt, bis fast zur Hälfte der Höhe der Augen empor. Der Rüssel ist relativ lang, vollständig gerade und endigt in eine scharfe Spitze; die langen Taster sind apical keulenförmig verdickt und mit groben Borsten versehen. Das nasenartig vorgezogene Untergesicht erscheint durch äusserst feine, gleichmässige Behaarung bestäubt, der Knebelbart besteht aus nicht sehr zahlreichen niedergedrückten Borstenhaaren, die wie eine kurze Schürze über den oberen Mundrand herabhängen.

Asiliden, 5

Auch seitlich stehen am Mundrande einige wenige längere Haare. Die Basalglieder der Fühler fast völlige nackt, nur das zweite Glied trägt an seiner Oberecke ein paar ganz kurze, steife Haare. Das erste Glied ist c. 2mal so lang als das napfiörmige zweite, das dritte Glied doppelt so lang als die beiden Basalglieder zusammen, linear, der cylindrische Endgrifiel lässt aus seiner beulenförmigen Spitze einen kurzen Dorn entstehen. Die Vorder- und Mittelschenkel sind an ihrer Unterseite völlige nackt, die Hinterschenkel besitzen in ihrem apicalen Drittel unten einige kurze, fast dornartige Borsten.

Als typische Art betrachte ich 4. Lycostomus albifacies n. sp. d'. (fig. 2, 3, 4).

Fronte, facie, mystace albidis; antennis nigris, nudis ; thoracis dorso striis maculisque obsolete picto et albido-hirsuto, callis humeralibus rubidis ; abdomine polline albido vel ochraceo obsolete variegato ; pedibus anterioribus mediisque ferrugineis, posticis nigro-fuscis; alis fere hyalinis, venis leviter fusco-limbatis. Long. 13 mm. Capland (Kimberley).

Mob Das "breite ‘Gesicht erscheint durch eanz kurze, weisse Behaarung fast silberweiss bestäubt, nur in der Mitte des Mundrandes sowie an der Fühlerwurzel ist die Bestäubung mehr ockergelb. Der Knebelbart und die wenigen Haare am Mundrande weiss. Stirn weiss und ziemlich dicht weiss behaart. Hinterkopf weiss bestäubt und wie das Collare von dichter, fast wolliger Behaarung bedeckt. Backenbart ebenfalls weiss. Der schmale Seitenrand der Mundôfinung glänzend dunkelbraun. Fühler schwarz, das erste Glied leicht goldgelb bereift. Rüssel und Taster dunkelbraun mit weisser Behaarung und Beborstung ; der Rüssel trägt ausserdem an seiner Unter- seite ein paar kräftige Borsten von ockergelber Farbe. Thorax: Die dunkle Grundfarbe erscheint durch weiss- liche Bestäubung grau, eine durch ockerbraune Bestäubung gebildete Zeichnung tritt in Form einer fein geteilten Mittelstrieme und einer in Flecken aufgelösten Seiten- strieme nur undeutlich zu Tage. Schulterbeulen lebhaft rotbraun. Die ziemlich dichte aber kurze Behaarung des Thoraxrückens weisslich. Auch die Borsten am Seiten- rande des Thorax fast weisslich. Das grau bereifte und weiss behaarte Schildchen trägt an seinem Rande längere gegen die Mittellinie einander zugekehrte weiche Haare.

6 F. Hermann.

Die Brustseiten sind durch teils weisse, teils ockergelbe Bestäubung matt und nur wenig dicht weiss behaart. Schwinger lichtgelb. Abdomen dunkelbraun ; vom 2. Segmente an besitzen sämtliche Segmente schmale, gelbbraune Hinterrandsbinden, die aber, da sie wie der ganze Hinterleib bestäubt sind, nur bei der Profilbetrach- tung deutlich hervortreten. Dabei ist es möglich, dass diese Binden an dem lebenden Tiere eine lebhafter gelbe Farbe zeigen, als dies in getrocknetem Zustande der Fall ist, in ähnlicher Weise, wie wir dies z. B. bei den Xiphocerusarten beobachten können. Die teils weissliche, teils ockergelbe Bestäubung des ganzen Abdomens gibt diesem eine scheckige Fleckenzeichnung, die aber nichts bestimmtes an sich hat, sondern vielmehr in ausgedehntem Masse von der Richtung der jeweiligen Beleuchtung ab- hängig ist. Die nur an dem ersten Segmente etwas längere und abstehende Behaarung des Abdomens ist weisslich, die Genitalien sind länger und fahlgelb behaart. Beine: Die Hüften sind wie die Brustseiten bestäubt, die Vorder- und Mittelhüften an ihrer Vorderseite, die Hinterhüften an ihrer Rückseite lang fahlgelb behaart. Die Vorder- und Mittelbeine lebhaft rotbraun, die Hinterbeine dagegen dunkelbraun, fast schwarz. Die Vorder- und Mittelschenkel zeigen nur an ihrer Oberseite ganz kurze, anliegende Behaarung von hellgelber Farbe, Schienen und Tarsen hellbehaart und mit gelben Borsten versehen. Die Hinterschenkel sind gleichmässig hell behaart und tragen ‘ausserdem an der Unterseite ihrer apicalen Hälfte eine Doppelreihe fast dornartiger, kurzer, fahlgelber Borsten. Schienen und Tarsen hell behaart und mit gelben Borsten versehen. Die Klauen sind dunkelbraun, die Pulvillen gelbbraun. Flügel hyalin, durch mikroskopische Behaarung nur wenig getrübt. Die Adern am Vorderrande gelbbraun, im übrigen dunkel. Sämtliche Adern sind mit ganz verwaschenen, wenig in die Augen fallenden braunen Adersäumen versehen, die Spitze der vorderen Basalzelle ist schwach bräunlich getrübt.

5. Scylaticus rufescens Ricardo. . 1 G' aus Trans- vaal (l ichtenburg).

In dem einzigen mir vorliegenden Exemplare sehe ich das Männchen der von Ricardo aui ein weibliches Exemplar aufgestellten Art. Die Uebereinstimmung mit der Beschreibung ist eine weitgehende und die Uhnter- schiede bewegen sich vollständig im Rahmen der sexuellen

Asiliden. 7

Färbungsdifferenzen, wie sie von den beschriebenen Scy/a- ticus- und Ancylorrhynchus (Xiphocerus)-Arten bekannt sind. Ich lasse hier, lediglich unter Berücksichtigung der Unterschiede, die Beschreibung des vorliegenden männl. Exemplares folgen.

Der Knebelbart und die Behaarung des Gesichtes ist weisslich, auch das Hinterhaupt trägt hellere, mehr ocker- gelbe Behaarung. An dem Thorax ist die Gegend der Schulterbeulen, sowie der Seitenrand in ausgedehntem Masse rot gefärbt, der übrige Teil des Thoraxrückens schwarz, doch verschwindet diese Farbe unter der dichten velblichen Bestäubung fast völlig. Das Schildchen ist ebenfalls gelblich bestäubt und mit langer gelbbrauner Behaarung versehen. Die Grundfarbe des Abdomens sammetschwarz. Das I. Segment ist in grosser Aus- dehnung mit grauer Bestäubung bedeckt, die sich als schmale Binde auch auf den Vorderrand des 2. Segmentes fortsetzt. An seinem Hinterrande trägt dieses eine breite, eraubestäubte Binde, die in der Mediane eingekerbt erscheint. Das 3., 4. und 5. Segment sind ebenfalls mit breiten, median eingekerbten Hinterrandsbinden von gold- gelber Farbe versehen; an dem 5. Segmente ist die Binde besonders breit und begrenzt sich zickzackförmig gegen die schwarze Grundfarbe. Das 6. Segment ist in ganzer Ausdehnung graugelblich bestäubt, das 7. Segment glänzend rotbraun, die unter ihm verborgenen Genitalien braun. Die Oberschenkel der im übrigen roten Beine tragen auf ihrer Oberseite einen ausgedehnten schwarzen Längswisch.

6. Flypenetes stigmatias Lw. 2 2 aus Transvaal (Lichtenburg).

Meine Exemplare stimmen vollständig mit der von Löw. nach einem d' gegebenen Beschreibung überein. Der helleren Färbung des Knebelbartes, welche die mir vor- liegenden Exemplare zeigen, kann ich keine Bedeutung beimessen, da mir die Untersuchung einer grösseren An- zahl südamerikanischer //ypenetesarten gezeigt hat, dass bezüglich der Färbung des Knebelbartes weitgehende individuelle Varianten vorkommen. Bemerken möchte ich noch, dass bei meinen Exemplaren von //yp. stigmatias die Flügel ausser dem zwischen der 1. und 2. Längsader liegenden braunen, scharf contourierten Fleck noch eine verwischte fleckenartige Säumung der Queradern erkennen lassen.

8 F. Hermann.

7. Teratopus cyaneus Fabr. 2 Exemplare aus Cap- land (Willowmore).

Das Genus Zeratopus gehört trotz der Eigentümlich- keiten des Kopibaues ebenfalls in die nähere Verwandt- schaft von Xiphocerus. Meine Exemplare stimmen mit der ausführlichen Beschreibung Zöw’s (Diptereniauna Süd- Airikas pag. 81) völlig überein und ich möchte hier nur einige Bemerkungen über den Bau des 3. Fühlergliedes beifügen. Dasselbe ist reichlich doppelt so lang als die beiden Basalglieder zusammengenommen, seitlich compress, streifenförmig und mit einem zweigliedrigen Endgriffel versehen. Dessen Basalglied ist kurz, das Endglied fast’ viermal so lang, abgeplattet, am Rande äusserst fein gezähnelt, vorn abgestutzt und läuft an seiner Oberecke in einen relativ langen Dorn aus.

8. Microstylum lacteipenne Lw. 1 d' aus Capland (Algoa Bay).

9. Microstylum dispar Lw. 3 d, 3 9 aus Trans- vaal (Lichtenburg).

10. Microstylum varipennatum Big. 1 d\, 3 9 dieser schönen Art aus Capland (Willowmore).

11. Microstylum elegans Ricardo. 1 d aus Trans- vaal (Lichtenburg), das mit der von Ricardo gegebenen Be- schreibung (Notes on diptera from South Africa, The annals and magazine of natural history, London. 1900) vollständig übereinstimmt.

12. Acnephalum andrenoides Wied. 1 $ aus Cap- land (Algoa Bay).

13. Acnephalum platygaster Lw. 2 2 aus Capland (Willowmore).

Sporadothrix n. g. (fig. 6 u. 7).

Das einzelne, im übrigen gut conservierte Tier ist leider an den Flügeln so lädiert, dass über diese nichts auszusagen ist. Wenn ich trotzdem ein neues Genus zu errichten wage, so geschieht dies lediglich in der Absicht, durch Beschreibung und Abbildung eventuell von anderer Seite eine Identificierung des interessanten Tierchens zu bekommen, welches in jene relativ wenig ausgedehnte Gruppe der Dasypogoninen gehört, die durch den voll- kommenen Mangel der Pulvillen sattsam charakterisiert ist. Lassen wir die verschiedenen hierher gehörenden Formen

Asiliden. 9

Revue passieren, so scheiden die beiden Genera Acne- phalum und Sisyrnodites mit ihrem breiten bienenartigen Gesamthabitus ohne weiteres aus, ebenso wie die über- schlanken Leptogasterarten mit den verwandten Formen von Lasiocnemus und ÆEuscelidia. Das amerikanische Genus Dieranus kommt überhaupt nicht in Frage, gerade so wenig wie die paläarktische Anaroliusform, die durch die mähnenartige Behaarung des Thoraxrückens und die weit auseinanderstehenden Fühler genugsam charakterisiert ist. Daspletis Löw besitzt Pulvillen, die nur ungewöhn- lich klein sind und gehört überdies in die nächste Ver- wandtschaft des artenreichen Genus Microstylum. Was endlich noch das amerikanische Genus Ablautus Lw. betrifft, so genügt die ausführliche Beschreibung, die wir Osten-Sacken (Western Diptera pag. 290) verdanken, um schon durch den Fühlerbau allein jede Identilät mit Sporadothrix auszuschliessen. So bleiben denn für eine engere Concurrenz lediglich die beiden Genera Rhadinus Löw und Psilinus v. d. Wulp übrig; ich kenne beide Formen durch Autopsie leider nicht, allein die von den beiden Autoren gegebenen Beschreibungen sind so aus- führlich und erschöpfend, dass sie unbesorgt für die Ver- gleichung verwertet werden können. Gewis nähert sich Rhadinus (Löw, Neue Beiträge zur Kenntnis der Dipteren IV pag. 38) in manchen Stücken, z.B. im Bau des Gesichtes, der Fühler und deren Endgriffel, des Abdomens u. Ss. w. dem neuen Genus, scheidet sich aber andererseits von ihm bestimmt durch die Kahlheit von T'horax und Abdomen sowie den Umstand, dass das erste Fussglied kaum länger ist als das zweite. Und auch Psilinus kommt sicher, wie ich der Beschreibung und den Zeichnungen v. d. Wulp’s (Asilidae from Aden and its neighbourhood, Tr. Ent. Soc. London 1899 pag. 86) entnehme, dem Genus Sporadothrix in vielen Punkten nahe, entfernt sich aber wieder durch die schon im Namen (wos = nackt) zum Ausdruck kommende Kahlheit des ganzen Körpers und die Beschränkung des Knebelbartes auf das untere Drittel des Gesichtes so erheblich, dass jede Identificierung aus- geschlossen erscheint. So möchte ich denn nach dieser kritischen Prüfung das Genus Sporadothrix in folgender Weise charakterisieren :

Gesamthabitus schlank ; der ganze Körper mit Aus- nahme der Brustseiten mit weitläufiger, zerstreuter, fast borstenförmiger Behaarung. Wenn gleichwol, (ci. fig. 6) das ganze Tierchen stark behaart erscheint, so beruht

10 F. Hermann.

dies mehr auf der Länge und Dicke der einzelnen Haare, als auf deren dichter Anordnung. Das sich nach der Stirn zu etwas verengende Gesicht ist.so breit wie der Querdurchmesser der vorgequollenen Augen, deren mitt- lere Facetten grösser sind als die äusseren. Die Breite des Gesichts lässt den ganzen Kopf breit, fast doppelt so breit als hoch erscheinen. Scheitel nur in mässiger Weise eingesattelt; Ocellenhöcker relativ schwach. Das ganze Untergesicht in geringem Grade gleichmässig vorgewölbt, ohne eigentlichen Gesichtshöcker. Der Knebelbart reicht bis zu der Fühlerwurzel empor, lässt aber unter diesen eine mediale, oblonge Stelle des Gesichtes frei. Rüssel eerade, stumpf; die cylindrischen Taster stark beborstet. Das erste Fühlerglied sehr kurz, das zweite doppelt so lang als dieses, beide ziemlich stark behaart; das 3. Fühlerglied ist c. 1Y/, mal so lang als die beiden Basal- glieder zusammengenommen, relativ schlank, jedentalls dünner als jene. An seiner Basis ist das 3. Fühlerglied kugelig gerundet, geht aber nach vorn in einen dünnen Stab über, dem ein relativ langer Endgrifiel angegliedert ist. Das Basalglied desselben ist kurz; dagegen besitzt das vorn abeestutzte Endglied bedeutende Länge, ci. fig. 7. Der Thorax mässig gewölbt; das Abdomen ungefähr 4mal so lang als der Thorax, schlank, nach hinten etwas ver- schmächtigt. Genitalien (I) kugelig, ohne weitere Eigen- tümlichkeiten. Beine ziemlich robust, die hintersten stärker, aber ohne irgendwelche partielle Verdickungen. An sämt- lichen Beinen ist der Metatarsus so lang wie die drei ioleenden Tarsenglieder zusammengenommen; das letzte Fussglied von der Länge des Metatarsus, die Klauen kräftig, ohne Pulvillen. Als typische Art betrachte ich:

14. Sporadothrix gracilis n. sp. d'. Tofus piceus, femorum radice et apice, tibiarum dimidio basali et tarsis ochraceis exceptis ; capite, thoracis dorso polline ochraceo, pleuris, scutello, metanoto, abdominis primis et ultimis segmentis, his leviter, exalbido obtectis. Pilis setisque totius corporis albidis. Alarum venis basalibus ochraceis. Long. 8 mm.

Aus der südlichen Kalahari (Dr. Schultz).

Die Grundfarbe des ganzen Tieres ist ein düsteres, teilweise glänzendes Pechbraun. Auf dem Kopi und Thoraxrücken wird die Grundfarbe durch zarte gelbe, an den Brustseiten, dem Hinterrücken, dem Schildchen und den beiden ersten Hinterleibssegmenten, an diesen freilich nur in sehr geringer Ausdehnung, durch mehr weissliche

Asiliden. 11

Bestäubung bedeckt. Die Behaarung von Kopi, Thorax und Abdomen besteht aus im allgemeinen wenig dichten, langen, am Hinterleibe anliegenden Haaren von durchaus fahlgelber Farbe. Der ebenfalls fahlgelbe Knebelbart er- streckt sich bis zu der ebenfalls fahlgelb behaarten Fühler- wurzel. Die Fühler sind schwarz, das erste Glied weiss, die übrigen gelblich bestäubt. Backenbart mehr weisslich. Rüssel und Taster pechbraun mit langer heller Behaarung. Schwinger weiss. An den glänzend pechbraunen Beinen sind die Schenkelwurzel mit den Trochantern, die Knie, die Schienwurzeln licht gelbbraun, die Tarsen mehr rot- braun. Die ganze zerstreute Behaarung und Beborstung ist fahlgelb; nur die Tarsen tragen schwarze Borsten ; auch finden sich an der Unterseite sämtlicher Schienen- spitzen einige Borsten von schwarzer Farbe. Die Flügel- adern sind an der Flügelwurzel und am Vorderrande lehm- gelb, im übrigen dunkelbraun.

15. Holcocephala (Discocephala) signata n. sp. og. Picea; fronte et facie polline ochraceo obtectis, facie macula transversali nitida signata ; mystace palporumaque pilis piceis ; fhoracis dorso trivittato,; abdominis fusci lateribus ochraceo-pollinosis et pilosis ; pedibus nigris, griseo-pilosis et setosis; alis obscure infumatis. Long. 4—6 mm. Capland (Willowmore).

Gesicht schwarz mit Weisslicher bis ockerfarbener Bestäubung, in seiner Mitte befindet sich ein glänzend schwarzer, unbestäubter nierenfôrmiger Querileck, von dem sich medial ein feines Strichelchen zum Mund- rande erstreckt. Der aus relativ wenigen langen Haaren bestehende Knebelbart pechbraun. Die grossen vorge- quollenen Augen werden in ihrer unteren Hälfte aussen von einem Saum ganz kurzer weisser Härchen umrandet. Der kräftige stumpfe Rüssel dunkel pechbraun, weisslich behaart; die ebenfalls pechbraunen, langen Taster mit langen, licht pechbraunen Borstenhaaren. Stirn ocker- bräunlich bestäubt, nackt. Scheitel dunkel mit einigen schwarzen Haaren; der grosse, fast knopfiörmig vor- springende Ocellenhöcker trägt ein Büschel langer pech- brauner Haare. Fühler schwarz, ockerbräunlich bereit, die beiden Basalglieder pechbraun behaart, das dritte Glied besitzt an seinem oberen Rande einige fahlgelbe Härchen ; der zweigliedrige Endgrifiel an seiner Spitze mit licht- gelber Pubescenz und an seiner Oberseite mit einer kurzen

12 F. Hermann.

nagelartigen schwarzen Borste. Hinterhaupt grau bestäubt; der licht pechbraune Borstenkranz wird nach unten lichter und geht in den grauweissen Backenbart über. Thorax grau bereift, mit einer ziemlich breiten, medial geteilten, das Schildchen erreichenden, ockerbraunen Mittelstrieme und fleckenartiger, gleichfarbiger, vorn abgekürzter Seiten- strieme. Das ockerbräunlich bestäubte Schildchen trägt zwei pechbraune lange Haare. Die gesamte zarte und sehr zerstreute Behaarung des Thoraxrückens lichtbraun ; Borsten fehlen vollkommen. Brustseiten grau bereift; über den Vorderhüften befindet sich eine sammetartig ockergelb bestäubte, kissenartige Stelle, die fast bis zu den grau- weiss bestäubten Schulterbeulen emporragt und einige lichtbraune Haare trägt. Der vor den gelben Schwingern stehende Haarfächer pechbraun. Das düster lederfarbene Abdomen lässt wenige deutlich lichtere Einschnitte er- kennen und ist nur an den letzten Segmenten mit einigen ganz vereinzelten Kurzen Härchen von fahlgelber Farbe versehen. An den Seiten ist das Abdomen in grosser Ausdehnung mit dichter licht ockergelber Bestäubung bedeckt und ziemlich lang und dicht fahlgelb behaart. Bauch gleicherweise bestäubt und behaart, mit dunklen Hinterrandsbinden. Die kleinen männlichen Genitalien sind glänzend gelbrot, licht behaart. Beine: Hüften, namentlich die vordersten, dicht grauweiss bestäubt und hell behaart. Die glänzend schwarzen Beine mit licht iahlgelber, stellenweise fast weisslicher Behaarung und gelben Borsten. Flügel rauchbraun, gegen die Basis dunkler; die Wurzel der 4. Läugsader und die Axillar- ader sind mit ganz feinen wasserklaren Säumen versehen.

Rhacholaemus n. g. (fig. 8, 9, 10, 11).

Die Asilideniorm, auf die ich dies Genus errichten möchte, lässt sich schon etwas durch den eigentümlichen Habitus charakterisieren. Die robusten Beine, der relativ kleine, fast rundliche Kopf, der kurze, cylindrische Hinter- leib, verleihen den Tieren eine gewisse Aehnlichkeit mit bestimmten Zmpideniormen, Weiterhin lässt sich der Umstand verwerten, dass namentlich am Vorderkörper die gewöhnliche Behaarung durch sehr grobe, starre, fast dornartige Borsten ersetzt ist, die in Grübchen eingelenkt erscheinen. So steht auf dem Collare und den anstossen- den Teilen des Prothorax eine ganze Pallisadenwand solcher steifer Borsten, der Knebelbart und die Behaarung des Scheitels besteht aus solchen, und namentlich an den

Asiliden. 18

Hüften fallen diese dornartigen Borsten ganz besonders au. Von dem benachbarten Genus Aabropogon wird Rhacholaemus getrennt durch die vollständige normalen, d. h. nicht verkürzten Fussglieder, den verschiedenen Bau des Kopfes, den etwas schwächer gewölbten Thorax, die relative Kahlheit des ganzen Körpers, den in beiden Ge- schlechtern kürzeren Hinterleib. Auch die Flügeladerung unterscheidet sich: bei Zadbropogon stehen sämtliche Hinter- randszellen breit oïien, während bei Rhacholaemus die 4. Hinterrandszelle weit vor dem Flügelrande geschlossen und sehr lang gestielt ist. Da für Vergleiche kein anderes Genus der Dasypogoninen in Frage kommen dürfte, können weitere füreinesystematische Orientierung zweckdienliche Merkmale der Beschreibung der typischen Art entnommen werden.

16. Rhacholaemus variabilis n. sp. do. Mas niger vel piceus, femina testacea,; mystace, barba, pilis faciei et coxarum setis albidis; antennarum segmentis basalibus ochraceo-pillosis, thoracis pictura in mare obsoleta, in Jemina distincta; abdomine plumbeo-micante; segmento- rum marginibus polline griseo leviter vittatis ; alis ochra- ceis. Long. 7—8 mm. 4d' 19 aus Transvaal (Lichtenburg).

S Kopf schwarz; das schmale hôckerlose Unter- gesicht mit schneeweisser Bestäubung. Ebenfalls weiss sind die starken Borsten des Knebelbartes, feinere Haare, die sich von diesem bis gegen die Fühlerbasis erstrecken, der Backenbart, die Behaarung des dunkelbraunen Rüssels und der Taster sowie die Bestäubung des Hinterhauptes. Die schwarze, durch eine von dem graugelblich bestäubten Ocellenhöcker nach der Fühlerwurzel herabziehenden Mittelstrieme geteilte Stirn ist ockergelb bestäubt, ebenso der Scheitel und die oberen Partien des Hinterhauptes ; die Behaarung an diesen Teilen fahlgelb, die dicht stehenden starken Borsten fahlgelblich bis lichtbraun. Fühler dunkelbraun; die wenig dichte und kurze Behaarung der beiden Basalelieder fahlgelb. Thorax schwarz; Collare, Prothorax, Schultergegend und seitlicher Thorax- rand mit hell ockergelber Bestäubung, während die hintere Hälfte des Thorax und das Schildchen grau bestäubt sind. Eine bestimmte "Thoraxzeichnung lässt sich nicht bei allen Exemplaren gleich deutlich erkennen. Eine vorn erweiterte und median geteilte Mittelstrieme erreicht das Schildchen nicht vollständig ; die Seitenstriemen bestehen aus zwei grossen Flecken, deren Grenzen stets sehr verwischt erscheinen. Die kurze und aufrecht stehende T'horaxbehaarung ist gelblich bis schwarz, die groben

14 F. Hermann.

Borsten an dem Seiten- und Hinterrande des Thorax braun. Die Brustseiten braun mit ockergelber Bestäubung und völlige Kahl, nur vor den hellgelben Schwingern stehen einige kurze Borstenhaare von brauner Farbe. Das dunkel pechbraune Abdomen zeigt bei gewisser Be- leuchtung leichten bleigrauen Schimmer. Die drei ersten Segmente mit wenig deutlichen, durch braungraue Bestäu- bung gebildeten Hinterrandsäumen, die jedoch am 3. Segmente nur seitlich einigermassen deutlich sind. Die zerstreute kurze Behaarung allenthalben gelblich; das 1. Segment trägt seitlich längere Haare von gleicher Farbe. Beine: Hüften braun mit ockerfarbener Bestäubung ; die Vorder- und Mittelhüften sind an ihrer Vorderseite mit ungemein derben, fast stachelartigen schneeweissen Borsten besetzt; die Hinterhüîten tragen nur an ihrer Rückenseite eine Reihe gelber Borsten. Die Beine pech- braun, die Knie der Vorder- und Mittelbeine sowie die 4 letzten Tarsenglieder aller Beine rotbraun. Die dichte -aber kurze Behaarung ist gelblich, die starken Borsten bräunlich bis schwarz. Klauen schwarz mit hellbrauner Wurzel; Pulvillen gelb.

Das 2 zeigt sich im ganzen heller gefärbt; die Grund- farbe des ganzen Körpers und der Beine ist rotbraun, fast ziegelrot, und die Behaarung und Beborstung auf dem Thorax, dem Abdomen und an den Beinen erscheint mehr iahlgelb. Die hellere Grundfärbung lässt auch die dunkle Zeichnung des Thorax schärfer vortreten. Die scharf contourierte, median geteilte Mittelstrieme bricht vor dem Schildchen scharf ab und wird an dem Prothorax von einer braunen hufeisenförmigen Zeichnung eingefasst; die Seitenstrieme besteht aus zwei grossen bräunlichen Flecken. Auf dem Abdomen fällt der bleigraue Schimmer mehr in die Augen; ebenso sind die Hinterrandsbinden deutlicher. Die Flügel sind bei beiden Geschlecltern lehmgelblich getrübt und mit mikroskopischer Behaarung versehen ; die Adern auf der vorderen Flügelhälfte gelb, auf der hinteren dunkel.

b. Vorderschienen mit nagelartigem Enddorn. 17. Lagodias inermis n. sp. a.

In der „Dipterenfauna Südafrikas‘ beschreibt Zöw in einer Anmerkung zu Lagodias albidipennis Lw. ein Weib- chen, von dem ihm zweifelhaft war, ob es der genannten Spezies zuzurechnen sei. Es liegt mir ein Lagodias-

Asiliden. 15

weibchen vor, auf welches die Zôwsche Beschreibung vollständig passt, und ich besitze von der gleichen Fund- stelle stammend auch das dazu gehörige Männchen. Es handelt sich dabei um eine neue Zagodiasspezies, die sich von den bis jetzt in der Litteratur bekannten beiden Arten des Genus Lagodias, albidipennis Lw. und feratodes Hermann durch den vollkommenen Mangel jener eigen- tümlichen Befiederung der Hinterschienen auszeichnet.

Facie polline silacea, macula mellea, nitida, supra- orali sienata,; mystace griseo,; fronte grisea, albido- hirsuta ; antennis fulvis,; thorace albido, vittis cervinis trisignato ; abdomine piceo, polline griseo obtecto ; seg- mentis posterioribus ferrugineis ; pedibus melleis, apice femorum tibiarumgue infuscato, nigro-hirsutis et flavido- setosis; alarum apice leviter infumato.— Long. c. 13 mm.

Ein Pärchen aus der südl. Kalahari (Dr. Schultz).

d Gesicht durch Bestäubung matt, kiesgelb, neben dem Mundrande eine unbestäubte, honiggelbe, glänzende Stelle. Knebelbart gelblichweiss, auf die Gegend des Mundrandes beschränkt, über ihm zwei gleichgefärbte Borsten. Stirn matt, mehr weisslichgrau, und an den Seiten sowie auf und neben dem Ocellenhöcker mit feinen kurzen weissen Härchen. Die Fühler besitzen vollständig den gleichen Bau wie bei Zagodias feratodes; sie sind eelb, das dritte Glied leicht weisslich bereift; die Behaa- rung der Basalglieder ist weisslich: das zweite Glied trägt an seiner Oberecke einige kurze schwarze Borsten; ebenso sind die kurzen Börstchen an dem oberen Rande des dritten Gliedes schwarz. Hinterhaupt weiss bestäubt, mit gelbem Borstenkranze ; der dichte Backenbart rein weiss. Rüssel braun, weisslich behaart, Taster gelb- braun, an der Spitze mit einem Büschel langer brauner Borsten. Thorax durch Bestäubung weissgrau, fast rein weiss; eine rehbraune Mittelstrieme erreicht das Schildchen nicht ganz und wird durch eine, feine, mehr durch eine Reihe kurzer weisser Borstenhaare markierte Mittellinie der Länge nach halbiert; auch seitlich von der Mittelstrieme steht eine Reihe weisslicher Borsten; die Seitenstrieme wird durch zwei, ebentalls rehbraune, jedoch schwächer contourierte Längsilecken angedeutet. Die stark vorspringenden Schulterbeulen sind weiss bestäubt, mit einem kleinen dunkelbraunen glänzenden Punktflecken auf ihrer Spitze. Weisse spärliche Behaarung findet sich an dem vorderen und seitlichen Rande des Thorax; im übrigen ist dieser völlige nackt; von der Flügelwurzel bis

16 F. Hermann.

zu den eigentümlich auigekrempelten Hinterecken finden sich jederseits drei starke ockerbräunliche Borsten. Das stark gewölbte, grau bereifte Schildchen nackt. Brust- seiten gleichmässig weiss bestäubt, völlig nackt; nur vor der Basis der Schwinger finden sich einige feine lange weisse Haare. Die Schwinger selbst sind weissgelb und besitzen auf dem Knopie eine braune Makel. Abdomen: die Grundfarbe ist der Hauptsache nach dunkelbraun, ver- schwindet jedoch völlige unter grauweisser Bestäubung, sodass die Allgemeiniarbe wie bei den Lepfogasterarten leingrau erscheint; nur der Höcker an der Basis des zweiten Segmentes trägt rehbraune Bestäubung. Auf dem 5. Segmente macht die dunkle Grundfarbe seitlich und am Hinterrande einem ziemlich lebhaften Rotbraun Platz, welche Farbe dann an den folgenden Segmenten zur vorherrschenden wird. Die grossen Genitalien rotbraun, deren Unterstücke mehr gelbbraun. Bei der Profilbetrach- tung des Abdomens erkennt man, dass die rotgelbe Grundfarbe als Seitenstrieme sich weit nach vorn erstreckt; auch der Bauch scheint unter der grauen Bestäubung im wesentlichen rotbraun zu sein. Die Behaarung des ganzen Hinterleibs besteht aus äusserst kurzen, aber doch ziemlich dicht stehenden weissen Härchen ; am ersten Segment ist sie etwas länger, und hier finden sich auch einige gelb- liche steifere Borsten; die Genitalien besitzen teilweise auch schwarze Behaarung. Beine: Hüften weiss bestäubt, die beiden vorderen Hüftenpaare mit zarter weisser Behaarung. Beine hellgelb, unbestäubt; die Spitze der Schenkel und Schienen sowie sämtliche Farsen in wechselnder Ausdehnung gebräunt. Die kurze Behaarung ist allenthalben schwarz, nur an der Spitze der Hinter- schienen und an der Unterseite der sämtlichen Tarsen stehen auch gelbe Härchen; die Borsten sind ausnahmslos gelblich. Klauen dunkelbraun, Pulvillen gelb.

© Bezüglich des Weibchens kann ich auf die oben citierte Beschreibung von Löw zurückgreifen; es sei hier nur erwähnt, dass die Behaarung des Abdomens bei dem 9 eine noch kürzere und weit weniger dichte ist, und dass die Beine heller sind; namentlich findet sich auf dem Oberschenkel keine Bräunung. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern in der Art mikroskopisch behaart, wie es von Löw geschildert wird; die Flügelspitze bekommt dadurch ein etwas matteres Ansehen. Die Hinterrandzellen sind sämtlich breit offen; die Analzelle ist am Flügelrande selbst geschlossen. (Forts. folgt pg. 65.)

Zeitschrift für system. Hymenopterologie u. Dipterologie. Jahrgang VII.

Dr. F. Hermann. del. et phot.

Reproduktion von J. B. Obernetter, München.

Mesoleptus und Tryphon. 7

Die Typen der Gravenhorsischen Gallungen Mesolepius und Tryphon. (Hym

(Ichneumonol. Europaea Bd. Il, 1—213.) (Hym.)

Von K. Pfankuch, Bremen.

(Fortsetzung aus H. 5 1906 p. 296.)

164. Tryphon flavomaculatus Grav. de Cieniseus flavomaculatus Grav. Æxenterus praeustus Holmg.

Die als „f* (2) bezeichnete Type ist ein d'; danach besteht diese Art aus 2 verschiedenen d', eines mit schwarzem, das andere mit weissem Gesicht. Das letztere ist das d' zu Cfeniscus mitigosus Grav. (= limbatus Holmg.) Ich konnte dasselbe mit einem d' von /imbatus Holmg. aus der 7homson’schen Sammlung vergleichen, welches Herr Dir. Dr. Bengtsson aus Lund mir in Zuvor- kommendster Weise zur Ansicht geschickt hatte (s. Nr. 168). Es bleibt demnach nur das d' mit dem schwarzen Gesicht. Dieses ist, wie ich auch durch Vergleich mit 7omson- schen Tieren feststellen Konnte, das d' zu praeustus Holmg. Hüften schwarz, beim d' die vorderen mehr gelb, alle Schenkelringe gelb, an der Basis schwarz (bei den d' verschwindet an den vorderen der dunkle Fleck; so auch bei denen aus Lund); Spitze der Hinterschienen und die Hintertarsen gebräunt.

Var. ‚tehlt: Var. 2 Cteniscus flavomaculatus Grav. d'.

Var. 3 Cfeniscus minutulus m. (9).

Diese kleine Art, aus Finland stammend, gehört wegen des schwarzen Gesichts und des hellen letz- ten Bauchseements in die Abteilung cc) bei Zhomson. Da ich indes die beiden von Zhomson dort beschriebenen